Mit großem Bedauern müssen wir Euch leider mitteilen, dass aufgrund des Corona Virus das UNART Finale in Berlin leider abgesagt wird. Derzeit suchen wir noch nach einer Alternativlösung und auch über das BEST OF werden wir noch entscheiden.

Danke für Euer Verständnis und bleibt gesund!

*** Update: 25. März 2020 ***

Hier eine tolle Nachricht aus dem Deutschen Theater: UNART Berlin findet statt: Digital auf Instagram.

Wir wollen die Finale-Abende nicht einfach so vorbeiziehen lassen. Darum haben die sieben Performance-Gruppen aus Berlin ihre Handys durchsucht: Auf Instagram erhaltet ihr am 25. und 26. März einen Einblick in Bewerbungsvideos, Proben und die Gedanken der Jugendlichen, die eigentlich auf der Kammerspielbühne des Deutschen Theater Berlin stehen sollten. An den beiden Abend um 21 Uhr gehen Spieler_innen live und berichten über ihre Erfahrungen bei UNART 2020.

Schaut vorbei: @jungesdt :: instragram.com/jungesdt

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BEST OF UNART

Das sind die UNART-Gruppen von 2020:

THALIA GAUSSSTRASSE HAMBURG
25. & 26. FEBRUAR 2020   

FARBEN
Farben begegnen uns überall. Doch welche Farben haben Gefühle? Wie zeigt sich
Trauer? Grün, weiß oder doch eher blau? In welcher Farbe lieben wir? Wie verlaufen
die Farben, wenn etwas von uns erwartet wird? Fragen wie diese ziehen sich durch
unsere Performance. Und vielleicht erkennen Sie sich ja auch selbst in einer der Farben wieder?
PERFORMER*INNEN: Sinja Daniel (15), Mika Mirko Gottfried Chistiansen (16), Christopher Karch (14), Lea Raider (15), Isabel-Christin Stjepanovic (20), David Schonder (13), Asrin Turker (16)
COACH: Metin Demirdere (Tänzer, Choreograf), Daniel Hörner (Bildender Künstler)
KOOPERATIONSPARTNER: Schorsch im Integrations- und Familienzentrum (IFZ)

SCHWEIGEMINUTE,
DIE
Substantiv, feminin
Kurzes gemeinsames Schweigen als Ausdruck des Gedenkens.

Wir sind Punkt. Damit wird bereits deutlich, worum es hier geht. Ein Satz geht zu
Ende, es folgt ein kurzes Schweigen, ein neuer beginnt. So einfach, oder?
PERFORMER*INNEN: Johanna Glinski (17), Jonas Grell (18), Lotta Huber (17), Luis Kraus (18),Henrike Lohse (18), Katharina Rieger (18), Carlotta Ritter (17), Johanna Sünkenberg (16), Joana Thompson (18)
• COACH: Rica Blunck (Tänzerin, Performerin, Choreografin)
KOOPERATIONSPARTNER: Monsun-Theater

SCHWEIGEN ODER SCHREIEN
Wie wir uns verhalten, hat viel mit der Situation, in der wir leben, zu tun. Wir kommen aus unterschiedlichen Ländern und müssen immer wieder Antworten darauf finden, was wir wann, wo, wie sagen, tun sollten, können, dürfen, müssen oder auch wollen. Wir sind Töchter, Schwestern, Freundinnen und so vieles mehr.
PERFORMER*INNEN: Farah (20), Fatemeh (20), Fernanda (20), Maryam (18), Rahaf (18), Sherivan(19), Somayeh (19)
• COACH: Anne Pretzsch (Performerin)
ASSISTENZ: Leonie Landa
• KOOPERATIONSPARTNER: Sisters Network e. V.

ÜBERFLUTET
Wir lärmen, wir leuchten, wir überfluten. Wir werden gereizt, gefordert – ihr kommt euch mit uns abhanden. Wir sind Zuckerschock, Koffein und Atemtee. Aber wie fühlt sich die Konfrontation unserer lauten Lebensrealitäten mit der leisen Intimität des Ichs an? Eine Darstellung von Reizüberflutung im Alltag, dem Gefühl von zu viel los und einem Morgen in der Daunendecke.
PERFORMER*INNEN: Konrad Laukat (19), Leonie Antonella Muschler (18), Clara Voss (17), Fides Rosa Wallis (19)
• COACH: Ron Zimmering (Regisseur)

UND AM ENDE STERBEN WIR ALLE
Herzlich willkommen im nächsten Level des beliebten Spiels „Erwachsen werden“. Die letzten Schuljahre stehen bevor, und dann sind wir erwachsen. Alle sagen: Schnell eine Arbeit finden, schnell eine Familie gründen. Geboren werden, dann irgendwann sterben. Und dazwischen? Leben. Ich weiß genau, dass ich nichts weiß. Alles wird einfach und so schwierig sein. Sei vernünftig und tanze aus der Reihe. Gehe logisch vor, und werfe dich ins Absurde. Wir blicken auf das, was kommt und lassen unsere Körper die Zukunft erfahren. Zug um Zug auf die Selbständigkeit zu.
PERFORMER*INNEN: Nelio Ballach (14), Leon Vincent Blatz (16), Esther Hase (16), Felix Hentschel (20), Katharina Jarchau (19), Milan Kreuzmann (16), Stefanie Pfau (18), Lina Marie Schlüter (17), Lynn Tiedemann (18)
• COACH: Antje Pfundtner (Tänzerin, Choreografin)
THEATERPÄDAGOGIN: Neele von Döhren
• KOOPERATIONSPARTNER: Leben mit Behinderung Hamburg

URBAN OUTSHITTERS
EINE PERFORMANCE ÜBER MODE UND IHRE ABGRÜNDE.
Kleidung befriedigt uns, wir kaufen sie, und es ist wie ein Rausch. Doch was ist mit den Umständen, unter welchen sie produziert werden. Weshalb denken wir nicht darüber nach, welches Leiden dahintersteckt und welche Konsequenzen das hat? Wir zeigen, was hinter dem Begriff „Fast Fashion“ steckt.
PERFORMER*INNEN: Anna-Marie Faden (18), Freya Gritsch (16), Beke Mai (17), Nick Wachs (19)
COACH: Danny Banany (Performer)

WARUM SCHAUST DU NUR ZU?
„Ausländer raus!“ – „Schwule und Juden, weg damit!“ Denken das „die Anderen“ wirklich? Welche rassistischen Denkmuster stecken in uns? Welche Vorurteile schlummern unter unserer politisch korrekten Oberfläche? Und würdest du gegen die Ungerechtigkeiten, die anderen Menschen widerfahren, handeln, oder schaust du einfach nur zu?
PERFORMER*INNEN: Paula Chiara Heinrich (15), Mattes Ilgner (15), Luis Ilgner (15), Alyssa-Paris Röhrl (15), Jolin Steinhau (16)
• COACH: Hanna-Linn Ernst (Videokünstlerin, Performerin) KOOPERATIONSPARTNER: Stadtteilschule Bergedorf

SCHAUSPIEL FRANKFURT KAMMERSPIELE
26. & 27. FEBRUAR 2020   

AUF DIE PLÄTZE,
RUHELOS.
dienstag morgen der wecker klingelt noch einmal kurz umdrehen den snooze button
schon zum dritten mal gedrückt gestern noch von ausgiebigem frühstück
geträumt aber die zeit reicht nur noch für eine scheibe wurst/käse/veganen
aufschnitt und nen coffee to go da fährt dir auch schon die s bahn vor der nase weg
was soll’s sport ist gesund also rennst du jetzt zur arbeit/schule/ausbildung aber
nicht ohne dir vorher ein interessantes batik muster aus kaffee auf den pulli zu
kippen used look ist doch nice naja wenigstens kannst du heute abend zum
yoga/meditieren aber vorher noch einkaufen zahnpasta eier brot kamillentee
zuhause fällt dir auf du hast das klopapier vergessen egal gehst du halt beim
yogastudio der typ neben dir auf der matte atmet wie darth vader und hat eben
auch noch gepupst da helfen die räucherstäbchen leider auch nicht
PERFORMER*INNEN: Kudret Cesur (17), Pia Hansen (15), Naures Haouala (20), Lilly Kellinghusen (22), Johannes Rojan (20)
• COACH: Joana Tischkau (Choreografin, Performerin)

DO YOU FEEL
CONNECTED?
Wir haben immer mehr Kontakt zu anderen Menschen, und doch sehnen wir uns
nach Verbundenheit. Wir sind immer erreichbar und doch irgendwie unverfügbar.
Leben wir in einer einsamen Gesellschaft?
PERFORMER*INNEN: Leon Cornehl (20), Tim Hopfenmüller (15), Lisa Sattler (19)
COACH: Gregor Glogowski (Regisseur, Sound Artist)

ECK-ICH
Ich habe Ecken und Kanten, man kann mich jedoch nicht berechnen.
Auch wenn es Milliarden von mir gibt, so bin ich einmalig.
Trotz ähnlichen Aufbaus überwiegen die Unterschiede.
Wer bin ich?
PERFORMER*INNEN: Tamara Jonientz (16), Louis Umbach (16), Melina Winterhoff (15)
BERATUNG: Anna Stoß

HINUNDHERUND
WENNUNDABER
Schreien oder Schweigen,
Fahrrad oder Bahn,
Bleiben oder Gehen,
Dürüm oder Döner,
Hinschauen oder Wegschauen,
Kopf oder Zahl.
20.000 Entscheidungen am Tag.
PERFORMER*INNEN: Jule Hermann (18), Ina Elisa Kiolbasa (21), Amparo Lippek (19), Lu Pahl (20), Alisa Pou Montz (20)
• COACH: Fanti Baum (Performancekünstlerin)

PLÖTZLICH PLATZT DIE
[ˈzaɪ̯fn̩ˌblaːzə]
Wie schön Seifenblasen immer in verschiedenen Farben schimmern. So sorglos fliegen sie dahin, wenn man sie einmal erschaffen hat. Aber ganz plötzlich platzen sie. Was passiert, wenn unsere Seifenblase platzt und unsere Ängste ungeschützt auf uns zu strömen?
PERFORMER*INNEN: Hannah Brenzinger (20), Julia Knöß (19), Simon Leib (19), Georgia Ntirnali (21) COACH: Susanne Zaun (Autorin, Regisseurin)

VOM TELLERWÄSCHER
ZUM MILLIONÄR
Alles ungerecht. Das ganze verfickte System. Fliegen, Fleisch und Kaffeebecher sind böse und Weihnachtsbäume auch. Kann man hier überhaupt irgendetwas richtig machen? Nur Kritisieren ist leicht. Was ist realistisch, was ist antidemokratisch und was einfach naiv? Wir sind drei Jugendliche, unsere Bilanz 2019: 16 Flüge, 13 Tage Streaming und jede Menge Kapitalismuskonformität. Aber dann auf die Straße gehen. Typisch.
In unserer Performance suchen wir verzweifelt nach Antworten, am Boden, ganz oben, schlagend, tretend, mit der Faust im Gesicht. Unsere Träume sind egoistisch und unser Weltbild träumerisch. Es geht um die Erde, aber auch um uns selbst. Doch wenn alles sich ändert, wer weiß, was dann möglich ist?
PERFORMER*INNEN: Sven Beck (17), Luka Ujesh Buchele (17), Paula Schirmer (17)
COACH: Florence Ruckstuhl (Performancekünstlerin)

STAATSSCHAUSPIEL DRESDEN KLEINES HAUS
4. & 5. MÄRZ 2020   

MUNDWINKELZIRKUS
Die Durchgeknallte, der Witzbold, die Lachende, die Spaßbremse und William. Humus. Human. Hund. Hammer. HAHA.
Wir stellen uns die Frage, wie Humor unser Leben beeinflusst, warum und wann wir lachen und wann der Spaß eigentlich vorbei ist.
PERFORMER*INNEN: Magdalena Erler (17), William Kaniuth (16), Lilli Anna Neswadba (17), Ronja Schlichting (20), Richard Schöne (20)
• COACH: Magdalena Weniger (Performerin,Choreografin)
• KOOPERATIONSPARTNER: Outlaw gGmbH Offenes Jugendhaus Riesa(Kay Natusch)

NERVENSTAU
Unter Strom gesetzt – ausgesetzt.
Ausgesetzt von unserer Spezies.
Wir sind genervt. // Genervt von uns selbst. //
Unsere Nerven überkommen uns regelrecht. //
Langsam, ganz langsam fängt alles an sich zu stauen. //
Wir stauen von innen. //
Unsere Gruppe schaukelt sich hoch. //
Ihr nervt uns. //
Wir sind angekommen.
Sind wir angenommen?
PERFORMER*INNEN: Lynn Borrmann (17), Marvin Matassini (18), Liselotte Maune (17), Lina Schmidt (18), Lysia Sommer (17), Marita Rendler (18)
• COACH: Jarii van Gohl (Komponist, Sounddesigner)
• KOOPERATIONSPARTNER: Marie-Curie-Gymnasium Dresden (Kerstin Chill)

PERSON X
Wer bin ICH? Wer bist DU? Wer seid IHR? Wer sind WIR?
Wie kann ich ich sein in einer Welt mit sozialen Medien, Unterdrückung, Gewalt, Ausgrenzung und Beeinflussung? Darf ich überhaupt so sein, wie ich es mir vorstelle – und wünsche? Soll ich mich den Idealen der Gesellschaft anpassen?
Bin ich so, wie ich mich in sozialen Medien preisgebe, oder bin ich nur eine Hülle, geformt von anderen, der Gesellschaft, Fremden? Bin ich Person X? Wie sehe ich die Welt? Was wird aus meinen Träumen? Was treibt mich an, wenn alles stagniert?
PERFORMER*INNEN: Stella Dittrich (17), Pia Haferkorn (17), Fenja Hoffman (16)
COACH: Wagner Moreira (Performer, Choreograf)
• KOOPERATIONSPARTNER: Werner-Heisenberg-Gymnasium Riesa (Frau Böhmert)

RUF DER FERNE
Faust. Gibt es einen deutscheren Namen, ein deutscheres Werk? Wir sind Faust. Die Fausts. Zwei Schwestern und ein Bruder. Woher wir kommen? Deutschland, oder?
Wir zucken mit den Schultern. Wir suchen. Wir suchen in und mit Musik und Tanz, der Sprache unserer Körper. Denn da ist ein Feuer in uns, hell lodernd und lockend.
Es ermöglicht uns den Blick in die Ferne und zugleich auf etwas, was sehr nah zu sein scheint. Näher als wir dachten.
PERFORMER*INNEN: Josef Alam Ananda Faust (17), Leila Sudevi Faust (19), Mala Suraya Faust (15) COACH: Anna Till (Tänzerin, Choreografin)

SELBSTBEFRIEDIGUNG,
UND EINE KOMMT NICHT
Es ist kompliziert.
Drei Personen und ein Fass voller Gefühle, die aber eins ergeben sollen. Dreimal unvermeidbare Subjektivität, die aufeinander reagiert wie im Chemielabor.
Das Fass strotzt vor Überfluss, die Dichtung ächzt unter dem Druck.
Die Dichtungen, die das Grundgerüst des Halts sind und nichts hinausfließen lassen dürfen.
Es ist Paradoxie, pur!
Es ist die Ewigkeit, die nur ein Augenblick ist und in nur einer Sekunde zerfällt.
Wir sind mitten drin, leicht gleitend, willig darin zu schwimmen und atemlos kurz vorm Untergehen, weil wir uns doch endlich davon lösen wollen.
Es ist kompliziert. Manchmal. Immer.
PERFORMER*INNEN: Sebastian Baumgarten (16), Luisa Garbe (17), Johanna Lämmel (18)
COACH: Alexandra Wilke (Regisseurin)
• KOOPERATIONSPARTNER: Berufsschulzentrum für Dienstleistung und Gestaltung (Frau Junker)

WEIL ICH ES KANN
Wir wollen uns verwirklichen, im Moment leben, wir selbst sein.
Fehler machen, um aus ihnen lernen zu können. Selbstbestimmt und frei sein, aber auch solidarisch. Wie kann das zusammen funktionieren?
Unsere Pläne unterscheiden sich von den Vorstellungen anderer, auch davon, was auf der Bühne passiert. Eine Vorstellung von Vorstellungen. Eine Performance von Schränken und Fenstern. Ein Ruf gegen unaushaltbares Zerdenken.
Genießen wir nicht die Macht, die eigene Freiheit über das Wohlbefinden anderer zu stellen?
In Zeiten des zunehmenden Nichts: Loslassen oder festhalten …
Oder beides gleichzeitig.
PERFORMER*INNEN: Meirav Louisa Bock (17), Hannah Harazim (17), Manuel Kinsky (17)
COACH: David Campesino (Filmemacher, Fotograf, Videokünstler)
KOOPERATIONSPARTNER: Kukulida e. V.

DEUTSCHES THEATER BERLIN KAMMERSPIELE
Termin wird noch bekannt gegeben   

AUSGLÜHEN
Von dem elektrisch Geladenen tauchen wir in das blaue Dämmernde ein.
Flackernd, rauschend und rostig liegen wir auf dem Bahnsteig und tragen ein Geheimnis.
Sind noch kein Teil derer, die uns in der U-Bahn gegenübersitzen. Aber da, wo wir herkommen, sind wir jetzt auch nicht mehr.
Heißgelaufene Autos im Ruhezustand, ein Sprung in der Tasse, ein tickender Herd, ein Gedankenstrich, eine Schwelle, irgendwie dazwischen.
Wir sind auf dem Nachhauseweg.
PERFORMER*INNEN: Leander Dörr (22), Imke Grünewald Francia (20), Julian Winterstein (20)
COACH: Olympia Bukkakis (Drag-Künstlerin, Performerin)
• KOOPERATIONSPARTNER: Druschba e. V., New Yorck im Bethanien
• VIDEODREH MAKE-UP: Leana Ardeleanu
DANK AN: Liv Gosdschick

ICH ERSCHIESS MICH
GLEICH ACHT MAL
Wenn man an Reinkarnation glaubt, hat die Katze in ihrem letzten Leben ziemlich Mist gebaut. Finden wir. Die Arme!
Außerdem ist das nicht fair.
Wir glauben nicht an Karma.
Es gibt Grenzen, es gibt Regeln, es gibt euch und uns und Kabelbinder.
PERFORMER*INNEN: Veronika Artibilova (17), Dana Koganova (20), Paula Schlagbauer (20)
COACH: Leicy Valenzuela (Performerin, Theaterpädagogin)

ICH HABE DICH DAS
ERSTE MAL …
Ich habe dich das erste Mal gesehen.
Du Nachbarin von unten. Du Typ am Bahnsteig. Du Liebe meines Lebens. Du Napoleon. Du Cis-Mann. Du Nazi. Begegnungen sind ein Bedürfnis des Menschen, und, egal ob geplant oder nicht, sie passieren. Das Leben – eine Aneinanderreihung von Begegnungen?
Ich wünschte, ich hätte dich nie getroffen. Am Ende denkt man immer: Nie wieder!
Und versucht es trotzdem.
Nochmal.
Wie lange braucht das, bis zwei Fremde sich nicht mehr fremd sind? Wann hören wir auf fremd zu sein? Wann bin ich wirklich zuhause? Und wie bist du fremdig?
Komm vorbei, dann kenn ich dich.
PERFORMER*INNEN: Hiyam Biary (18), Mohammad Mohammadi (18), Antonin Paris (23), Levin Stein (19), Berfin Sönmez (18)
• COACH: Murat Dikenci (Schauspieler, Regisseur)

PHILIA BY RBP
Der Name ist Programm.
Registrierung beruflich Pflegender. Radio Berlin Prandenburg. Russische Badezimmer Parolen. Rich Bitch Pussies. Rationale Binnenpolitik. Reizende Bauchnabelpiercings.
Radikales Bonzen Proletariat. Raucher Bar Population. Reihern bei Paule.
Ranzig Ballernde Pommes. Rückenbrechende Passagiere. Richtige Bandenprobleme.
Rausse Berliner Prinzessinnen.
PERFORMER*INNEN: RBP = Cecilia Hussinger (18), Vera Kloth (17), Zoe Langner (18)
COACH: Katharina Bill (Performerin)
• KOOPERATIONSPARTNER: Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin

TIEFENRAUSCH
Von Depression hat jeder schon einmal gehört. Was aber genau hinter diesem großen Wort steckt, wird auf unterschiedlichste Weise wahrgenommen. Gerade bei Jugendlichen wird es oft als Nebenwirkung der Pubertät abgetan. Das Versinken in das Nichtstun, in einer dunklen Blase, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint.
Der Kopf platzt förmlich von dem Gedankenrauschen und ist gleichzeitig so leer.
Uns beschäftigt die Depression von Jugendlichen. Denn alle von uns waren dem entweder selber schon ausgesetzt oder haben mitbekommen, wie jemand, den sie lieben, darin versinkt.
PERFORMER*INNEN: Jana Albrecht (17), Lotte Brauns (17), Gynian Machacek (17), Olivia Salm (20)
COACH: Theresa Henning (Schauspielerin, Rapperin, Regisseurin)
• KOOPERATIONSPARTNER: Alte Feuerwache e. V., Bühnenkunstschule Academy

WER BIN ICH [NICHT]?
Wie stellst du dir vor, wer ich bin? Woher weiß ich, wer ich bin? Ich weiß es nicht.
Wer ist „Ich“?
Ich bin eine Lüge, ein Trugbild deiner Vorstellungen über mich. Eine leere Erfindung.
Ich bin das Licht des Tages, und ich bin die Dunkelheit der Nacht. Ein Sandkorn und ein Meer ohne Rand. Hier bin ich. Ich lache trotz meiner Tränen, und ich bin traurig, obwohl ich lache. Ich kämpfe gegen die Hindernisse, die ich mir selbst in den Weg lege. Ich suche jemanden. Suche mich selbst. Tausend Fragen und keine Antworten. Hier bin ich. Ich bin eine Einbildung in deinem Kopf.
Die Frage sollte sein: „Wer bin ich nicht?“
PERFORMER*INNEN: Maria Abramov (17), Felix Anderl (19), Klaus Bobach Rios (21), Christian Grygoryev (16), Amina Rieke (18), Iva Unger (16)
• COACH: Nina Behrendt (Theaterpädagogin, Performerin)
• KOOPERATIONSPARTNER: Maiconsulting GmbH & Co KG

WER BIN ICH – UND
BIN ICH ÜBERHAUPT?
Programmhefttexte sind wie Glückskeks-Sprüche und Horoskope, manchmal passen sie halbwegs, sie versuchen aber immer, mehr zu sein als sie sind. Oft durch große Versprechen, Talk-Show-Philosophie, echte Philosophie oder durch rhetorische Fragen natürlich.
Wir wollen noch mehr sein als unsere Versprechen. Unsere Fragen sind nicht rhetorisch, drehen sich vor allem um uns, und unsere Antworten sind blutig, vieldeutig und wahr. Wir versuchen oft, die zu sein, die wir sind, ohne zu wissen, wer wir sind und ob. Manchmal gelingt uns das auch, hoffentlich heute Abend.
PERFORMER*INNEN: Jan Simon Hinnerk Henze (20), Emil Kollmann (18), Laura Silva Lueg (18), Laetitia Toursarkissian (20)
• COACH: Lukas Müller (Theaterpädagoge, Erzähler)
KOOPERATIONSPARTNER: Weinmeisterhaus, Jugendkulturzentrum Mitte

2018 hat das BEST OF UNART in Hamburg und in Berlin stattgefunden. Auf der Bühne waren:

PERSPEKTIVLOSIGKEIT (aus Hamburg)
Drei Jungs und vier Mädels aus der Hip Hop Szene setzen sich mit ihren ganz
persönlichen Zielen und auch mit dem Gefühl von Perspektivlosigkeit auseinander.
Ihre Gedanken bringen sie in eigenen Rap-Texten aber auch mit unterschiedlichen
Stilrichtungen aus dem urbanen Tanz zum Ausdruck. COACH: AnDy Calypso (Tänzerin und Choreografin)

Video: Perspektivlosigkeit

HAPTISCH (aus Hamburg)
Manchmal ziehen wir uns Schuhe an, die gar nicht zu uns passen, nur weil wir nicht
der Norm entsprechen wollen oder eben grade doch. Es sind immer die anderen
Sachen, die schneller, besser, schöner sind. Da baumelt man nun zwischen diesen
verschiedenen Facetten und Eigenarten seiner selbst hin und her. Wir wollen von
außen nach innen diesen Verschiedenheiten oder auch Ähnlichkeiten auf die Spur
gehen. COACH: Philipp van der Heijden (Tänzer, Choreograf, Performer)

Video: Haptisch

INSIDE-OUT (aus Frankfurt)
I bims 1 Theatergruppe. 7 Babos werden euch auf der stage flashen und eure eyes
crashen. Läuft richtig bei uns von der Niceigkeit her. #yolo #deepshit #unart
#noshamenogain #followforfollow – go check out our instagram @insideoutunart.
Was bedeutet der Lebensabschnitt, in dem man kein Kind mehr aber auch noch
kein Erwachsener ist? COACH: Susanne Zaun (Regisseurin)

Video: Inside - Out

(N)ICH(T) EINFACH ICH (aus Frankfurt)
Wer bin ich? Wer kann ich sein? Wer will ich sein? Bin ich, wer ich nicht sein will?
Was macht mich aus? Welche Rollen nehme ich ein? Vertrete ich mich? Bin ich die,
von der andere wollen, dass ich sie bin? Und Du? COACH: Wicki Bernhardt (Theatermacherin)

Video: (N)ich(t) einfach ich

EINKREISEN (aus Dresden)
Wir wollen zusammen leben! – nicht nur zusammen wohnen – wir wollen Freiheiten
streichen und Lebensraum tauschen – du wühlst in meinem Ich und ich wühle
dich auf, und ich will es ja auch durchziehen, aber ihr geht mir auf den Sack, und
ich will dir ja nah sein, dich aber nicht sehen und fass mich nicht an, ich will
nicht am Rand liegen! Herpes gegen Herz! 9 Tage, 6 Leute, 2 Zimmer, 1 Bad und
- der Hund waren Teil unseres Experiments: Ignoranz und Schuld prägen das Zusammenleben ebenso wie Liebschaften, Kuscheleien
und Vertrauen. COACH: Ariel Doron (Puppenspieler und Regisseur)

Video: Einkreisen

ICH BIN EINE PERFORMANCE (aus Dresden)
Ich trage mich selbst zur Schau, erschaffe mich immer wieder neu. Ich bin Hauptdarsteller_
in und Regisseur_in in einem. Meine Bühne ist überall. Das Netz, das
Theater, mein Alltag. Ich ringe um die perfekte Darstellung meiner selbst, werde
zu meiner eigenen Marke. Ich lache, weine, liebe, manipuliere. Ich esse Pommes.
Ich kreise um mich und versinke in mir. In der Hölle des ewig Gleichen. Ich. Immer
ich. Ich. Ich. Ich könnte kotzen. Glaub ich mir? Bin ich echt? Wo ist der Ausgang
aus meiner Selbstbezogenheit? Kannst du mich mal kneifen, bitte.
COACH: Romy Weyrauch (Regisseurin und Theatermacherin)

Video: Ich bin eine Performance

ANGST VOR MIR (aus Berlin)
Die Angst – unsere Angst – eines der natürlichsten Gefühle, das viele Fragen aufwirft:
Wovor hast du eigentlich Angst? Hilft Angst dir oder schränkt sie dich
ein? Werden wir heute durch unsere Angst gesteuert? Und wie sah es in unserer
früheren Kindheit aus? Hatten wir damals die gleichen Ängste wie jetzt? Wir
haben über dieses Gefühl nachgedacht, gegrübelt, nachgeforscht, geschrieben,
gedichtet, geschrien, gesungen, geguckt, gelesen, gezeigt und behauptet.
Aber ist unsere größte Angst nicht eigentlich die vor uns selbst?
COACHES: Adrienn Bazsó (Schauspielerin, Theaterpädagogin), Judica Albrecht (Schauspielerin)

Video: Angst vor mir

DEADLINE (aus Berlin)
CARAMBA! Jetzt ma Budda bei die Fische, Zack Zack, ab in die Puschen und ab
die Post! Jetzt zieht euch erstmal aus, sonst wird es hier viel zu heiß. Wir sind Meerjungfrauen
und heiße K-Boys. Los ausziehen! Hopp, Hopp, Hopp, Hektik vor Inhalt – die
Deadline naht … COACH: Bjørn de Wildt (Theatermacher, Theaterpädagoge)

Video: Deadline

Und das sind alle Performances, die bei UNART 2017/2018 dabei waren:

Im Finale 2018 waren in Hamburg:

HAPTISCH
Manchmal ziehen wir uns Schuhe an, die gar nicht zu uns passen, nur weil wir nicht
der Norm entsprechen wollen oder eben grade doch. Es sind immer die anderen
Sachen, die schneller, besser, schöner sind. Da baumelt man nun zwischen diesen
verschiedenen Facetten und Eigenarten seiner selbst hin und her. Wir wollen von
außen nach innen diesen Verschiedenheiten oder auch Ähnlichkeiten auf die Spur
gehen.
COACH: Philipp van der Heijden (Tänzer, Choreograf, Performer)

MOMENTAUFNAHMEN
Ein langsamer Swing, der Titel: A Star In The Night Sky. Eine B-Klarinette trifft auf
eine Bassklarinette, zwei B-Trompeten, zwei Tenorposaunen, eine vollständige
Rhythmusgruppe und einen Streichersatz. Das Lied erzählt von dem Aussterben
des Jazz und des Swing. Inszeniert wird das Orchester in einem Live-Musik-
Video von nur drei Performern.
COACH: Carolina Bigge (Schlagzeugerin und Komponistin)

DER MENSCH VIER PUNKT IRGENDWAS
Alles wird immer schneller. mehr Tabs. mehr Ich. keine Politik mehr. kein Idealismus.
alles iPhone. tippen.wischen.nicken.Selfie.flippen.mischen.ficken.
Selfie. – echt jetzt? in einem Wahn der Etikettierung beschwört man die nächste
Apokalypse herauf und hängt sie uns an den Hals. wir wollen aber nicht. raus
aus dem s-o-g-e-n-a-n-n-t-e-n Diskurs und zurück an die Basis! in die Bahn, auf
die Straße, in den Club… wie klingt MENSCH wirklich? wir sind auf der Suche.
nach Wortschnipseln. nach Satzfetzen. nach gehetzten Dialogen. nach betrunkenen
Monologen. und nach unser eigentlichen. eigenen. kleinen großen
Revolution.
COACH: Anatoly Zhivago (Regisseur)

DIE DYSTOPEN
Wie sieht die Welt in 50 Jahren aus, wenn wir so weiter machen wie bisher? Zehn
Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Blankenese werfen einen düsteren
Blick in unsere Zukunft und fragen sich, was mit uns passiert, wenn Schule noch
strenger wird, noch durchstrukturierter und der Druck, den wir heute schon verspüren,
weiter wächst.
COACH: Hanna-Linn Ernst (Videokünstlerin und Performerin)

PERSPEKTIVLOSIGKEIT
Drei Jungs und vier Mädels aus der Hip Hop Szene setzen sich mit ihren ganz
persönlichen Zielen und auch mit dem Gefühl von Perspektivlosigkeit auseinander.
Ihre Gedanken bringen sie in eigenen Rap-Texten aber auch mit unterschiedlichen
Stilrichtungen aus dem urbanen Tanz zum Ausdruck.
COACH: AnDy Calypso (Tänzerin und Choreografin)

SELBSTINSZENIERUNG
Neun Schüler der Lessing Stadtteilschule in Harburg widmen sich in ihrer Performance
den sozialen Medien:. Die extreme Selbstdarstellung Einzelner und das
damit entstehende Bild verzerren jedoch die Realität. Das Spielen einer Rolle, sowohl
in der echten als auch in der virtuellen Welt, trägt stark dazu bei, dass
Fassaden mehr zählen als das wahre Selbst – bis zum völligen Verlust der eigenen
Identität. Wir werden immer abhängiger von Likes oder Kommentaren unter
unseren Bildern.
COACH: Branko Šimic (Regisseur)

VORURTEILE
Jeder hat sie und jeder musste schon einmal erfahren, was es heißt, von einem
Menschen im Vorfeld beurteilt zu werden. Sie ist eingebildet, denn sie trägt
Markenklamotten. Er kommt nicht von hier, denn er sieht anders aus. Ihr seid
dumm, denn ihr habt kein Abitur. Sieben Jugendliche mit ganz unterschiedlichen
Hintergründen und Biografien prüfen ihre eigenen Vorurteile und geben
den Zuschauern die Chance, ihre zu prüfen.
COACHES: Helge Schmidt (Regisseur), Lea Wendschuh (Theaterpädagogin)



TRAUMPROJEKT EUROPA
Traumprojekt Europa! Was ist das? Eine Projektion? Ein Ort der Hoffnung nach
Krieg, Tod und Verlust? Freiheit? Ein Neuanfang? Die Garantie für Sicherheit und
Frieden oder für ein Haus mit Swimmingpool? Die Gruppe OpenUp! stellt ihre
Träume auf die Bühne und zeigt, was aus ihnen wird, wenn sie auf realpolitische
Wirklichkeit stoßen.
COACHES: Lea Markard (Schauspielerin), David Mullikas (Schauspieler), Altamasch Noor (Schauspieler)

Die Gruppen im Finale 2018 in Frankfurt:

# BEMYFRIEND
Willst du mein Freund sein? Auch wenn wir vielleicht nicht dieselbe Sprache sprechen,
verstehen wir uns ohne Worte. Ich vertraue dir mein Leben an und lass
mich in deine Hände fallen. Vertraue dir meine Geheimnisse an und weiß sie sind
bei dir sicher. Wir erschaffen uns eine Welt, die eine Insel ist, in Zeiten des
Sturms. Wir sind an einem Ort, der uns sein lässt, wer wir sind und uns Platz gibt
zu wachsen. Freundschaft kann zu einer Gemeinschaft werden und Heimat
für ehemals Fremde. Eine Performance von sieben Jugendlichen aus sieben Ländern
und einer gemeinsamen Sprache – der der Freundschaft.
COACH: Joana Tischkau (Choreografin, Performerin)
 

GALLUS + DONNERSTAG = FREUNDSCHAFT
Wir sind der Gallus Donner. Gallus, weil wir alle in diesem Stadtteil leben
und Donner, weil wir japanische Taiko-Trommeln spielen. Wir trommeln uns
und euch Freundschaft – wir erzählen euch über unser Leben, denn unsere
Familien kommen alle nicht aus Deutschland und wir zeigen euch, was uns
Freundschaft bedeutet: wild und zart, schüchtern und laut, fremd und vertraut.
COACH: Uwe Dierksen (Musiker)
 

INSIDE-OUT
I bims 1 Theatergruppe. 7 Babos werden euch auf der stage flashen und eure eyes
crashen. Läuft richtig bei uns von der Niceigkeit her. #yolo #deepshit #unart
#noshamenogain #followforfollow – go check out our instagram @insideoutunart.
Was bedeutet der Lebensabschnitt, in dem man kein Kind mehr aber auch noch
kein Erwachsener ist?
COACH: Susanne Zaun (Regisseurin)
 

IST DAS EIN FELER?
Ein Fehler ist etwas, was falsch ist oder vom Richtigen abweicht. Dies ist die Definition
des Dudens.
Was bringt uns dazu, Fehler zu machen? Können wir überhaupt etwas dafür? Und
wie kann es sein, dass wir uns jedes neue Jahr, jedes neue Schulhalbjahr, sogar
jeden Tag wieder enttäuschen, weil wir einer Sucht nachgeben oder einen Fehler
wiederholen. Wir haben uns dazu entschlossen herauszufinden, warum wir
immer unseren Gewohnheiten folgen. Wenn wir Musik machen oder zeichnen,
haben wir ständig das Gefühl, uns zu wiederholen und Fehler zu begehen. Ob
das andere auch so sehen? Und was ist für Sie eigentlich ein Fehler?
COACH: Fanti Baum (Performancekünstlerin)

(N)ICH(T) EINFACH ICH
Wer bin ich? Wer kann ich sein? Wer will ich sein? Bin ich, wer ich nicht sein will?
Was macht mich aus? Welche Rollen nehme ich ein? Vertrete ich mich? Bin ich die,
von der andere wollen, dass ich sie bin? Und Du?
COACH: Wicki Bernhardt (Theatermacherin)
 

SCHUND
LÜGENSCHMALZ MIT WAHRHEITSBRÖCKCHEN
Wie viele Kilogramm Firlefanz kann dein weiches Gemüt vertragen?
Hmm?
COACH: Arthur Romanowski (Performancekünstler)

Die Gruppen im Finale 2018 in Dresden:

DIE KATZE LIEGT AUF DER MATRATZE
Die Identität ist wie eine Wolke. Alles verändert sich ständig. Wer bin ich, wenn
alles eine Fiktion ist oder wenn die Gedanken die Realität sind? Eine Performance
über Schubladen. Eine Selbstreflexion, in der es nichts Richtiges oder Falsches
gibt. Fünfzehn Minuten, in denen die Grenzen zwischen Performance, Theater, Film
und dem Leben verwischen.
COACH: David Campesino (Filmemacher, Fotograf und Videokünstler)

EINKREISEN
Wir wollen zusammen leben! – nicht nur zusammen wohnen – wir wollen Freiheiten
streichen und Lebensraum tauschen – du wühlst in meinem Ich und ich wühle
dich auf, und ich will es ja auch durchziehen, aber ihr geht mir auf den Sack, und
ich will dir ja nah sein, dich aber nicht sehen und fass mich nicht an, ich will
nicht am Rand liegen! Herpes gegen Herz!
9 Tage, 6 Leute, 2 Zimmer, 1 Bad und der Hund waren Teil unseres Experiments:
Ignoranz und Schuld prägen das Zusammenleben ebenso wie Liebschaften, Kuscheleien
und Vertrauen.
COACH: Ariel Doron (Puppenspieler und Regisseur)

FUCK, WHAT THEY TELL YOU!
Ein Tag – eine Wand! Kunst gegen Kunst! Jeder gegen jeden. Alle zusammen.
Sieben Jugendliche durchlaufen einen ganz normalen Tag… im ganz normalen
Wahnsinn unseres Alltags, mit all den winzigen Momenten, den Nachrichten, Klischees,
Ritualen, die ihn prägen. Wie jeder Tag hinterlässt auch dieser Tag seine
Spuren: Farben, Narben, Zeichen – festgehalten an einer Wand, die zur stillen
Beobachterin, Zeugin und Projektionsfläche wird.
COACH: Heiki Ikkola (Puppenspieler, Regisseur und Performer)


BLACK MAGNET
Wir wollen so schnell wie möglich zum Höhepunkt kommen und sind doch zu
spät. Wir begehren einander und suchen uns selbst. Dabei stoßen wir an Grenzen
und überschreiten sie. Auch deine. Vielleicht. Wie weit können wir gehen für
uns und für andere? Wie weit müssen wir gehen? Ist Kontrolle notwendig und überhaupt
möglich? Zerrissenheit. Leidenschaft. Lust. Hingabe. Stärke. Schwäche.
Angst. Alles dazwischen und darüber hinaus.
COACH: Katharina Bill (Performerin)
 

# HEYTHEREWEAREUSING
Versteckt hinter einem sympathischen Nutzernamen und einem hübschen Profilbild
können wir sein wie wir wollen. Oder wie die anderen es wollen? Vernetzt
mit der Welt und gefangen im Feed unserer Freundinnen und Freunde setzen wir
uns in Szene. Und obwohl es jeder leugnet, wirken wir doch alle mit an unserem
gemeinsamen Werk, der verfälschten Darstellung der Wirklichkeit in den sozialen
Medien.
COACH: Susan Schubert (Tänzerin, Dramaturgin)


ICH BIN EINE PERFORMANCE
Ich trage mich selbst zur Schau, erschaffe mich immer wieder neu. Ich bin Hauptdarsteller_
in und Regisseur_in in einem. Meine Bühne ist überall. Das Netz, das
Theater, mein Alltag. Ich ringe um die perfekte Darstellung meiner selbst, werde
zu meiner eigenen Marke. Ich lache, weine, liebe, manipuliere. Ich esse Pommes.
Ich kreise um mich und versinke in mir. In der Hölle des ewig Gleichen. Ich. Immer
ich. Ich. Ich. Ich könnte kotzen. Glaub ich mir? Bin ich echt? Wo ist der Ausgang
aus meiner Selbstbezogenheit? Kannst du mich mal kneifen, bitte.
COACH: Romy Weyrauch (Regisseurin und Theatermacherin)
 

KAWUMM.
Wir warten auf den Knall. Alles staut sich auf. Wie ein Damm, der droht überzulaufen.
Krieg, Kritik, Koalition. Und wo stehen wir? Wir stehen nachts auf der
Straße und haben Angst. Vor Gewalt. Gewalt ist endloses Schweigen. Gewalt ist
Schönreden. Gewalt sind Männer, die Nein nicht verstehen. Also ziehen wir in
die Schlacht und entdecken dabei nicht nur unsere Ängste, sondern auch deine,
die deines Nachbarn, der Regierung und Europas. Wir lernen, wofür es sich zu
kämpfen lohnt und wie man zuschlägt. Begleitet uns, denn es wird mächtig gewaltig:
Revolver in der einen, Glitzer in der anderen Hand.
COACH: Jarii van Gohl (Komponist & Sounddesigner)


Die Gruppen im Finale 2018 in Berlin:

ANGST VOR MIR
Die Angst – unsere Angst – eines der natürlichsten Gefühle, das viele Fragen aufwirft:
Wovor hast du eigentlich Angst? Hilft Angst dir oder schränkt sie dich
ein? Werden wir heute durch unsere Angst gesteuert? Und wie sah es in unserer
früheren Kindheit aus? Hatten wir damals die gleichen Ängste wie jetzt? Wir
haben über dieses Gefühl nachgedacht, gegrübelt, nachgeforscht, geschrieben,
gedichtet, geschrien, gesungen, geguckt, gelesen, gezeigt und behauptet.
Aber ist unsere größte Angst nicht eigentlich die vor uns selbst?
COACHES: Adrienn Bazsó (Schauspielerin, Theaterpädagogin), Judica Albrecht (Schauspielerin)


DEADLINE
CARAMBA! Jetzt ma Budda bei die Fische, Zack Zack, ab in die Puschen und ab
die Post!
Jetzt zieht euch erstmal aus, sonst wird es hier viel zu heiß. Wir sind Meerjungfrauen
und heiße K-Boys. Los ausziehen! Hopp, Hopp, Hopp, Hektik vor Inhalt – die
Deadline naht …
COACH: Bjørn de Wildt (Theatermacher, Theaterpädagoge)


WAS MACHT MICH GLÜCKLICH?
Was macht Menschen glücklich? Eine einfache Frage. Im Sessel sitzen, ein gutes
Buch lesen und Tee trinken. Die Sonne im Gesicht spüren. Den Deutschkurs
schaffen. Dass die Kinder gesund sind. Überhaupt, die Kinder. Familie. Gesundheit.
Dass jemand zurückkommt, der fort war.
Aber warum werden so viele Leute wütend, wenn man ihnen diese Frage stellt?
Glück ist eine schwierige Frage.
Wir machen uns auf die Spurensuche. Dabei geht es auch darum, neu in Berlin
zu sein. Und darum, manchmal gar nicht glücklich zu sein. Sondern traurig.
COACH: Kristina Stang (Theaterpädagogin und Dramaturgin)

ICH BIN MEHR ALS DU SIEHST...
Jeder Mensch verspürt sie, doch die wenigsten zeigen ihre Gefühle, wodurch sich
vermutlich jeder irgendwann fragt, ob man als einziger so fühlt und warum.
Wer bin ich, wie sehe ich mich und was sehen die anderen? Was fühle ich und
warum? Darf ich überhaupt fühlen?
Bin ich alleine?
COACH: Bahar Meric (Tänzerin, Tanzpädagogin, Choreografin)


!SAFE SPACE!
Same, same… but different. Im Zeitalter eines überzogenen Individualismus stellt
sich die Frage nach Gemeinsamkeit und Unterschied auf ganz neue Art und
Weise. Wer bin ich, wenn die Fassade bricht? Ich, ich, ich, ich. Du. Was macht
mich aus? Was ist schon Identität, wenn ich in verschiedenen Situationen je
ein Anderer bin? Wie viele Persönlichkeiten trage ich in mir?
Mit Safe Space wollen wir einen Raum kreieren, der uns die Möglichkeit eröffnet,
die Facetten psychischer Zustände und ‚Erkrankungen’ zu durchleuchten und
zu erforschen.
COACH: Nina Behrendt (Theaterpädagogin M. A., Performerin)

SCHÖN – SCHÖNER – SCHEITERN
Name der Gruppe: Karacho Kieferorthopäden
Was verbindet Scheiterhaufen und Scheitholz? Und generell alle Menschen? Was
hat neun Buchstaben und reimt sich auf „Leitern“?
Scheitern klingt nach Scherben und alleine auf dem Boden hocken und heulen.
Dabei steckt da viel mehr drin. Versprochen! Wir wollen sehen, WO, WARUM und
vor allem WIE man scheitern kann.
Lustig scheitern, schlecht scheitern, gut scheitern: besser scheitern. Auf der
Strecke bleiben, Schiffbruch erleiden, eine Schlappe erleiden, auf die Schnauze
fallen, in die Hose oder ins Auge gehen, floppen.
Drama Baby.
Coach: Marie S Zwinzscher (Theatermacherin, Performerin und Theaterpädagogin M. A.) Assistenz: Paul Schmidt
(angehender Theaterpädagoge M. A. UdK)


YOUTUBE GENERATION
#konsum #jugendliche #internet #selfie #ichmussgutaussehen
Wir sind Jugendliche, die in der #konsum #mediengesellschaft drinnen stecken.
Nicht nur wir – nein – alle sind Teil davon. Das einzige, was noch zählt, ist #geld,
#aussehen und #sichiminternetzeigen, aber was oder wer fördert das? Und wohin
geht unsere YouTube-Generation? Das wollen wir entdecken, #machstdumit?
COACH: Leicy Valenzuela (Performerin, Theaterpädagogin M. A.)

Rückblick: Wer war 2016 beim BEST OF UNART auf der Bühne?

Dresden

Die Gruppen "UND SIE HATTEN REGEN ANGESAGT" (Coaches: Anna Mateur & David Campesino) und "THE WAY WE WERE BORN?!" (Coach: Skadi Gleß) wurden von der Jury – Karen Becker (Leiterin der tjg. theaterakademie des tjg. theater junge generation), Kriemhild Hamann (unart-Teilnehmern 2013/14), Cathrin Rose (Leiterin des Bereichs Junge Kollaborationen bei der Ruhrtriennale), Wilfried Schulz (Intendant des Staatsschauspiel Dresden) und Miriam Tscholl (Regisseurin und Leiterin der Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden) – ausgewählt, ihre Performances noch einmal beim "BEST OF UNART" zu zeigen.

Hamburg

Beim Hamburger Finale haben unsere Juroren Natalie Lazar (Thalia Theater Hamburg), Siham Refaie (unart-Teilnehmerin 2011/12 und 2013/14 & Tänzerin), Cathrin Rose (Ruhrtriennale), Christoph Twickel (Journalist & Performer) und Marc "Sleepwalker" Wichmann (Produzent & Rapper) entschieden, dass die Performances "I GENERATION" (Coach: Jennifer Schulze) und "FERTIG? LOS!" (Coaches: Christina Fritsch & Marat Burnashev) zum "BEST OF UNART" fahren werden. Die Gastgruppe "HAMBURGER JUNGS" wurde zum GRENZGÄNGER-FESTIVAL noch einmal in das Thalia in der Gaußstraße eingeladen.

Frankfurt am Main

Die Entscheidung war nicht leicht, doch gegen halb drei Uhr morgens hat die Jury – Björn Auftrag (Performancekünstler), Marcus Droß (Künstlerhaus Mousonturm), Martina Droste (Junges Schauspiel Frankfurt), Peggy Mädler (Dramaturgin & Autorin), Cathrin Rose (Ruhrtriennale), Pascal Ulrich (Junge Kollaborationen / Ruhrtriennale) und Felicitas Ziebarth (UNART-Teilnehmerin 2013/14) – nach ausführlichen Diskussionen beschlossen, dass die Gruppen "FASSADENKLETTERER" (Coach: Uwe Dierksen) und "SÜNDEN" (Coach: Susanne Zaun) Frankfurt beim "best of" vertreten werden.
 
Ein Sonderpreis wurde für die interkulturelle Gastgruppe "(UN)GLEICH" (Coach: Enad Marouf) ausgelobt. Die Performance mit Jugendlichen aus Afghanistan, Kolumbien und Syrien wurde eingeladen am 6. April 2016 beim Frankfurter BEST OF nochmals zu performen.

Berlin

In Berlin hat die Jury – bestehend aus Martin Clausen (Performer und Regisseur), Birgit Lengers (Leiterin Junges dt), Antonia Lind (Schülern und Spielerin am Jungen dt), Cathrin Rose (Ruhrtriennale) und Bjørn deWildt (Theatermacher) – entschieden, die Gruppen "FACE REALITY" (Coach: Kristina Stang) und "NICHTS" (Coach: Christine Rollar) zum BEST OF UNART nach Frankfurt und Dresden zu schicken.

 

 

Und was passiert beim BEST OF UNART? 2012 haben wir die Stimmung in einem Film festgehalten:

Das waren die Termine der Finalrunden 2018:

Finale im THALIA THEATER  HAMBURG (Thalia in der Gaußstraße)
06., 07 Februar 2018   

Finale im SCHAUSPIEL FRANKFURT (Kammerspiele)
21., 22. Februar 2018

Finale im STAATSCHAUSPIEL DRESDEN (Kleines Haus)
01., 02. März 2018

Finale im DEUTSCHEN THEATER BERLIN (Kammerspiele)
07., 08. März 2018