Was wollen wir eigentlich machen?

Die meisten Gruppen bei UNART fragen sich das.

Und dann fangen die Proben an. Die einen beginnen mit einem Zeitungsausschnitt, die anderen mit gesammelten E-Mails vom letzten Auslandsaufenthalt oder dem Gefühl, das alle haben, bevor sie auf die Bühne steigen: der Unsicherheit. Oder mit dem Ärger, wenn Freunde einen hängen lassen. Oder all dem Konsumschrott, der uns täglich umgibt ...

Erste Ideen werden gesammelt, verwandelt in Aktionen, die ein Gefühl oder die Gedanken, um die es gehen soll, zum Ausdruck bringen. Es wird improvisiert, ausprobiert, gerätselt oder drauf los gespielt, komponiert, getanzt. Mit allem, was das Theater bietet, mit allem, was euch einfällt.

Für die einen ist es wichtig, eine Situation zu schaffen, bei der auch die Zuschauer plötzlich Teil des Auftritts sind. Manche verwandeln ihr Thema in Tanz, andere in Musik oder Bild und lassen so etwas ganz Neues entstehen. Manche machen sich selbst zum Thema. Andere nehmen Bezug auf Ereignisse und Themen in ihrem Umfeld.

Am Ende finden alle Gruppen eine Antwort und ihre Form. Jede ihre eigene. Play your life.
 

Was ist Performance?

Performance kann auf der Bühne stattfinden und prinzipiell auch überall, zu jeder Zeit und ohne zeitliche Begrenzung. Wichtig sind: Zeit, Raum, der Körper des Künstlers und eine Beziehung zwischen dem Künstler und dem Zuschauer. Es gibt Performances, die einen genauen Plan folgen und offene künstlerische Versuchsanordnungen ohne genaues Ablaufkonzept.

 

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So versteht die bekannte Schauspielerin Fritzi Haberlandt Performance.

 

Wir haben auch die Performance-Künstlerin Elisa Duca von BöseDiva gefragt, was sie unter Performance versteht. Das ist ihre Antwort: 

"Performance ist das Suchen – das Versuchen – in viele verschiedene Richtungen, in die Welt hinaus, in sich selbst hinein, als ob man die Hände immer wieder und immer tiefer in so eine Art innerer Tasche stecken würde und dort immer wieder etwas Neues finden würde. Performance ist, wenn die Jugendlichen aufhören zu denken und so zu tun, als ob sie jemanden gerecht werden müssten (Lehrer*innen oder dem Theater), und anfangen, sich selbst gerecht zu werden. Performance ist, wenn die Künstler*innen mit dem eigenem Körper wirklich eins sind, und es passiert was.... Performance ist entgrenzte Präsenz. Performance bedeutet, Unklarheit auszuhalten, Ambivalenz, sie sogar zu genießen. Performance ist eine Handlung vor Publikum, die nicht auf Einfühlung hinaus will, eine Haltung ohne Skript. Ein Vorgang, der mehr als eine Interpretationsmöglichkeit anbietet. Performance ist dieser Moment des Zitterns, das Performer*innen und Zuschauer*innen gleichzeitig erleben, aus Angst, Aufregung, Überraschung, Verblüffung."

 

Performance-Aufführungen oder -Festivals finden zum Beispiel im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main oder auf Kampnagel in Hamburg oder in den Sophiensaelen in Berlin statt. Ein weiteres Festival ist Theaterformen.

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